Es gibt eigentlich nur zwei wesentliche Tipps:
- Der wichtigste ist: So dicht wie möglich! Das abgeschlossene Luftvolumen sollte möglichst 100% luftdicht eingeschlossen sein. Diese Forderung läßt sich nur schwer erfüllen, da erstens eine Durchführung für den Verdrängerkolben nötig ist und zweitens ein Kolben selten luftdicht in einem Zylinder gleitet.
- Die zweite ist: So reibungsarm wie möglich! Diese Forderung steht zum Teil im Widerspruch zur ersten: Wenn der Arbeitskolben sich reibungsarm im Arbeitszylinder bewegen soll, wird die Dichtigkeit ein Problem.
Die Durchführung der Stange für den Verdrängerkolben kann man relativ luftdicht bekommen, wenn man eine Metallhülse mit geringfügig größerem Innendurchmesser als die Verdrängerstange als Durchführung wählt und zum Abdichten einen winzigen Tropfen Nähmaschinenöl verwendet.
Um den Arbeitskolben dicht und reibungsarm zu bekommen, wird häufig der Tipp gegeben, keinen Kolben sondern eine Membran zu verwenden. Dieser Tipp ist nur bei Stirling-Modellen mit geringer Leistung sinnvoll, aber uns genügt vorerst, dass das Modell überhaupt läuft, ohne irgendetwas anzutreiben.
Es können fertige Membranen erworben werden, aber für kleine Modelle kann man eine Vinylmembran einfach aus einem Einweghandschuh erstellen, indem man von diesem einen Finger abschneidet und als Membran verwendet.
Als Hauptzylinder können ausgediente Konservendosen dienen (dann ist die Bewegung des Verdrängerkolbens natürlich nicht zu sehen) oder man verwendet Metallplatten als Boden und Deckel und baut die Wand aus Acryl.
Der Verdrängerkolben sollte aus sehr leichtem Material bestehen - und je nach Heizung des Motors (Vergessen wir nicht: der untere Teil des Zylinders muss heiß sein!) muss das Material des Verdrängerkolbens auch hitzefest sein. Styropor ist hier weniger geeignet. Für Motoren, die mit Heißwasser betrieben werden (Temperatur unter 100 Grad) ist Schaumstoff geeignet. Soll mit Teelichtern oder auch Sonnenenergie über Parabolspiegel geheizt werden, hat sich Blumensteckschwamm bewährt. Dieses Material benutzen Blumengeschäfte, um ihren Gestecken festen Halt zu geben. Dieses Material hat den Nachteil, etwas bröselig zu sein, so dass es - nachdem es in die passende Form gebracht wurde - mit Wasserglas (Drogerie oder Apotheke) überzogen werden sollte.
Die Kurbelwelle kann aus Stahldraht gebogen werden. Damit die Stangen für den Arbeitskolben und den Verdrängerkolben reibungsarm gelagert werden können, wird manchmal empfohlen, Plastiklager zu verwenden.
Verwendet man eine Vinylmembran wie oben erwähnt, so wird der Hub selten mehr als plusminus 5 mm betragen, die Auskragung der Kurbelwelle für den Arbeitskolben wird also um die 5 mm sein. Die Auskragung für den Verdrängerkolben (wir erinnern uns: um 90 Grad versetzt.) hängt ab vom Hub des Verdrängerkolbens. Gebräuchlich sind Hauptzylinder mit im Vergleich zum Arbeitszylinder relativ großem Durchmesser - dann ist der Hub des Verdrängerkolbens geringer - oder auch solche, bei denen der Durchmesser geringer aber dafür der Hub größer ist. Der Verdrängerkolben darf auf keinen Fall unten oder oben anstoßen, aber er sollte oben und unten auch nicht viel "toten Raum" lassen. Die Auskragung der Kurbelwelle für den Verdrängerkolben beträgt die Hälfte seines Hubs.
Bei der Planung sollte man auf möglichst kleines "totes Volumen" achten, das ist der Teil der Luft, der nicht vom Verdrängerkolben verschoben wird.
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